02.03.2006 Der Zauberer von Zimbo

'Erkennen, schaffen, vollenden – eine Chance zu erkennen, daraus etwas zu entwickeln und diese Entwicklung zu automatisieren': So beschrieb Reinhold Zimmermann einen der Grundsätze seiner Philosophie als Unternehmer. Der geschäftsführende Gesellschafter der Zimmermann-Zimbo-Unternehmensgruppe stellte sein Firmenimperium in den Lüdenscheider Museen im Rahmen der Veranstaltungsreihe 'Forum Fabrik der Zukunft' der Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid e.V. und des Wirtschaftskreises Lüdenscheid vor. Der 'Zauberer von ZIMBO', so Tim Henrik Maack, Sprecher der Wirtschaftsjunioren, erinnerte an mehr als 50 Jahre Unternehmensgeschichte, die von stetiger Entdeckung neuer Möglichkeiten geprägt war und ist.

Juniorensprecher Tim Henrik Maack (links) Juniorengeschäftsführer Claus Hegewaldt (rechts) dankten Reinhold Zimmermann (Mitte) für seinen interessanten und kurzweiligen Vortrag.

 
Er habe die Einladung zu diesem Vortrag gerne angenommen, betonte Zimmermann: 'Mit dem Titel ‚Fabrik der Zukunft’ assoziiere ich Visionen, Ideen und Innovationskraft – Schlüsselfaktoren, die ein Unternehmen unbedingt braucht, um erfolgreich zu sein.' Es sei nötig, immer neue Wege zu beschreiten. Das gilt auch in einem Berech, der so alt ist wie die Menschheit selbst - der Ernährung. Dem entsprechend hatte Zimmermann sein Referat unter den Titel 'Gegessen wird immer – Ideen entwickeln und Chancen nutzen' gestellt. Den Weg von der Vertretungs- und Handelsgesellschaft, die sein Vater 1953 in Lüdenscheid gegründet hatte, bis zum weit verzweigten, international tätigen Firmenimperium, ließ er mit einigen Bildern Revue passieren. Dazu gehörten unter anderem Werbespots, mit denen die Marke 'ZIMBO' 1989 in den Köpfen der Menschen verankert werden sollte.

Sie sorgten für manchen Lacher bei den zahlreichen Zuhörern. Und dennoch hatten sie Erfolg: 'Die Marke ‚ZIMBO‘ funktioniert inzwischen weltweit', so Zimmermann. Geschützt ist sie im EU-Raum, in Osteuropa, Indien und China. Dabei war 'ZIMBO' zunächst nichts anderes als ein Fernschreibkürzel für das von Reinhold Zimmermann in den 70er Jahren in Bochum gegründete Unternehmen. Heute erinnert daran nichts mehr: 'Mit 'ZIMBO' verbinden die Verbraucher echte Qualität, ausgewählte Vielfalt, aber auch originelle Ideen und unkomplizierte Modernität', ist Zimmermann überzeugt.

1976 begann der Weg vom Großhändler zum Produzenten. Dabei wurde es zu seiner Leitlinie, Produkte aus unterschiedlichen landwirtschaftlichen Regionen zu kaufen und auch jeweils vor Ort produzieren zu lassen. Mit der 'Emilia'-Kette hat er inzwischen ein Einzelhandelssegment etabliert. Ein eigenes Logistik-Unternehmen, spezialisiert auf den Lebensmittel-Transport, komplettiert einen Konzern, der von der Produktion bis zum direkten Verkauf an die Verbraucher in der Lebensmittelbranche beheimatet ist. Derzeit ist Zimmermann mit der Unterstützung von Landwirten aus dem Sauerland dabei, Zucht- und Mastbetriebe in Rumänien aufzubauen.

Die biologische Produktion von Lebensmitteln, der Druck durch Nahrungsmittelkontrollen, die Rolle der Discounter und die Motivation von Führungskräften waren einige der Themenfelder, zu denen die Zuhörer nach Zimmermanns Vortrag noch weiteren Informationsbedarf hatten. Zimmermann verwies unter anderem auf die strengen Kontrollen, die sich sein Unternehmen bei der Lebensmittelproduktion selbst auferlege. Außerdem räumte er mit dem Vorurteil auf, die Deutschen würden weniger Fleisch essen: 'Der Konsum ist seit Jahren konstant bei 65 Kilogramm pro Person.'

Text: Bettina Görlitzer, Lüdenscheid

Foto: Peter Dahlhaus, Lüdenscheid


 

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