Mitarbeiter als Markenbotschafter
Ernst Riegel referiert bei den Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid über seinen Weg Mitarbeiter zu Fans und Botschaftern des Unternehmens zu machen

„Wenn die Mitarbeiter Fans eines Unternehmens sind, dann werden sie auch zu Markenbotschaftern in Richtung Kunden und Bewerbern.“ Das ist eine der Überzeugungen, die Ernst Riegel, persönlich haftender Gesellschafter der Creditreform Hagen Berkey & Riegel KG, seinen Zuhörern beim jüngsten Juniorenabend von Wirtschaftsjunioren und Wirtschaftskreis Lüdenscheid mit auf den Weg gab. In seinem Vortrag eröffnete er so manche interessante Perspektive in Sachen Unternehmensführung.



Ein wichtiger Kern sei es, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter sich wohlfühlen. Dabei spiele die Höhe des Gehaltes in der Regel eine zweitrangige Rolle. Wertschätzung stehe an erster Stelle. Respekt, Lob und Dank nannte Riegel als Schlagworte und beschrieb, wie er mit kleinen Gesten wie einem Stück Schokotorte als „Nervennahrung“ einer Mitarbeiterin dankte, die in ihrem Team mehrere Ausfälle kompensieren musste. „Ein Lob zwischendurch, am besten persönlich überbracht, ist Balsam für Leib und Seele“, sagte Riegel. Mit mehrtägigen Ausflügen für die gesamte Belegschaft zollt Riegel den Mitarbeitern Anerkennung und sorgt gleichzeitig für ein Gemeinschaftsgefühl im Unternehmen – das wichtigste bei solchen Aktionen: „Das macht einfach Spaß!“.  

Schon bei Bewerbern beginne er mit dieser Wertschätzung. Auf jede Bewerbung gebe es eine schriftliche Bestätigung des Eingangs. Außerdem werden Bewerbungsunterlagen grundsätzlich bei einer Absage auch zurückgeschickt, wenn sie per Post eingegangen sind. Und selbst Mitarbeiter, die sich beruflich neu orientieren wollen oder müssen, werden bei der Suche nach einer neuen Stelle unterstützt. Der Chef selbst helfe bei der Bewerbung. Außerdem müssten auch Fehler erlaubt sein:
„ ... sonst trifft der Mitarbeiter nie wieder eine Entscheidung!“ Allerdings darf sich derselbe Fehler dann auch nicht wiederholen.

Ernst Riegel betonte, dass auch ein Chef offen für Kritik sein müsse - eine Beurteilung der Führungskräfte durch die Mitarbeiter sei fester Bestandteil der Unternehmenspolitik bei Creditreform Hagen. Grundsätzlich gelte es, sich selbst und den Umgang miteinander immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Die Fähigkeit und der Wille, Aufgaben zu delegieren, sei ebenfalls ein wichtiger Vertrauensbeweis gegenüber den Mitarbeitern. „Gute Delegation tut immer ein bisschen weh“, sagte Riegel und überspitzte die Eigenständigkeit der Mitarbeiter sogar noch: „Mein Unternehmen funktioniert sogar, wenn ich da bin!“

Im April 2016
Text und Bilder: Bettina Görlitzer, Lüdenscheid

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