Die Landtagswahl 2017 kommt. Wissen Sie schon wen Sie wählen ?

Landtagswahlkandidaten stellen sich den Fragen der Wirtschaft

Im Vorfeld der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hatten auch die Wirtschaftsjunioren und der Wirtschaftskreis Lüdenscheid in Kooperation mit der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen Landtagskandidaten zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Dem Gespräch in den Museen der Stadt Lüdenscheid stellten sich Gordan Dudas (SPD), Ralf Schwarzkopf (CDU) und Angela Freimuth (FDP), die im Wahlkreises 123 (Lüdenscheid, Meinerzhagen, Kierspe, Halver, Schalksmühle und Herscheid) als Direktkandidaten für ihre Parteien angetreten sind. Die Moderation übernahm Matthias Bittern vom Arbeitskreis Wirtschaft plus der Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid.

Anderthalb Wochen vor der Landtagswahl hatten viele Wähler ein Interesse daran, die Politiker im direkten Austausch miteinander zu erleben. Die Veranstalter freuten sich über mehr als 70 Zuhörer, darunter waren viele junge Leute, von denen einige zum ersten Wahl ihre Stimme für den Landtag abgeben werden.

Die Themen, die zur Sprache kamen, waren vielfältig. Im Bereich der Bildung ging es unter anderem um die Stärkung von Wirtschaft als Unterrichtsfach und um Inklusion. Die Stärkung der Infrastrukturen – sowohl für den Verkehr als auch für die digitalen Netze – insbesondere in Südwestfalen war ein weiteres Thema. Weitere angesprochene Aspekte waren die kommunalen Finanzen und Faktoren, die die Attraktivität von Wirtschaftsstandorten beeinflussen. Breit diskutiert wurde auch über die innere Sicherheit. Bei allen Themen traten die unterschiedlichen Sichtweisen der Parteien mal mehr mal weniger deutlich zu Tage. Bittern hatte sich in die Wahlprogramme vorab vertieft, um den Kandidaten individuelle Fragen zu stellen.
Lüdenscheid im Mai 2017
Text: Bettina Görlitzer, Lüdenscheid


Die teilnehmenden Landtagskandidaten des Wahlkreises 123 zusammen mit Vertretern der Gastgeber (Personen v.l.n.r.): Claus Hegewaldt, SIHK, Matthias Bittern, Moderator und Wirtschaftsjunior, Gordan Dudas (SPD), Angela Freimuth (FDP), Ralf Schwarzkopf (CDU) sowie Ahmed Zarouali und André Schiffner (beide Wirtschaftsjunioren).
Foto: Peter Dahlhaus, Lüdenscheid


Blick in das Publikum des Politischen Diskussionsabends der Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid.
Foto: Peter Dahlhaus, Lüdenscheid

Foto: Peter Dahlhaus, Lüdenscheid

Einladung:

Liebe Mitglieder, Förderer und Interessenten,
die NRW Landtagswahl 2017 kommt und wir stellen die Frage:

Wie soll man sich am Wahltag entscheiden?

Aus diesem Anlass veranstalten wir die Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid und der Wirtschaftskreis, unter der Moderation von Matthias Bittern mit den Bewerbern um ein Landtagsmandat der Parteien, die bereits im Landtag vertreten sind, eine Podiumsdiskussion.

Als Gesprächspartner stehen z. Zt. folgende Kandidaten/innen zur Verfügung:

Ralf Schwarzkopf, CDU
Gordan Dudas, SPD
Angela Freimuth, FDP

Donnerstag, 04. Mai 2017
Museen der Stadt Lüdenscheid
18:00 Uhr Get-together
18:30 Uhr Podiumsdiskussion

Im Anschluss bieten wir Ihnen einen kleinen politischen Snack.

Bürgermeister Dzewas im Gespräch mit den Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid

Zentrale Themen waren Infrastrukturpolitik, der kommunale Haushalt sowie die Flüchtlingssituation in Lüdenscheid

„Man kann außergewöhnliche Situationen nicht mit gewöhnlichen Maßnahmen bewältigen.“ So brachte Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas die Herausforderung für Politik und Gesellschaft mit den Flüchtlingsströmen umzugehen auf den Punkt. „Ich persönlich habe mit dieser Dynamik nicht gerechnet“, sagte Dzewas beim Polittalk mit Mitgliedern der Vereine Wirtschaftsjunioren Lüdenscheid e.V. und Wirtschaftskreis Lüdenscheid. Einmal mehr war der Bürgermeister beim Gänseessen im Restaurant Spelsberg in Altena Großendrehscheid dabei, um die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer über die aktuellen Herausforderungen der Kommunalpolitik zu informieren.

Während zwei der wesentlichen Themen – Infrastruktur und Sanierung des kommunalen Haushaltes – nicht neu sind, stellen die Flüchtlingsströme einen ganz neuen Aspekt dar. Eine grundsätzliche Lösung sieht Dzewas nur in einer breiten internationalen Aktion, mit der die Situation in den Herkunftsländern positiv verändert werden müsse. Dass allerdings eine globalisierte Welt auch immer gewisse offene Grenzen bedeute, sei ebenfalls klar. Deutschland sei faktisch bereits seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Gerade jetzt gelte es, die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte in Bezug auf die Integration nicht zu wiederholen. Das Erlernen der Sprache sowie Angebote von Bildung und Beschäftigung seien die wichtigsten Schritte. Entsprechend würden auch in Lüdenscheid, unter anderem mit der Volkshochschule, Sprachkurse in großer Zahl angeboten. Gleichzeitig müsse auch daran gearbeitet werden, dass Berufserfahrungen und -abschlüsse aus anderen Ländern soweit möglich übertragen und schneller Arbeitserlaubnisse erteilt werden. Weiterhin hob der Bürgermeister sehr lobend die Welle der Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung hervor. Er sprach dabei von einer „Volunteer-Mentalität“, die er so noch nicht erlebt habe, „gerade auch bei jungen Menschen.“ Dies stimme ihn „hoffnungsfroh“, aber „wir brauchen auch Strukturen“, forderte Dzewas, um mit der sich ständig verändernden Situation umgehen zu können.

Weniger Neues hatte Dzewas in Bezug auf die kommunale Haushaltssanierung zu berichten. Er betonte, dass sein vorrangiges Ziel weiterhin der ausgeglichene Haushalt bleibe, auch wenn das weitere Einschnitte bedeute. Aktuell werde der Weg unter anderem durch die Dynamik der Tarifsteigerungen erschwert, die unterschätzt worden seien. Niedrige Zinseinnahmen bei den Pensionsrückstellungen und Pläne, Spielhallen mit größeren Restriktionen zu belegen, würden die Herausforderungen noch verstärken. Allein beim Punkt der Spielhallen erwarte er Mindereinnahmen in Höhe von etwa einer Million Euro.

Mit Blick auf den Punkt Infrastruktur ging Dzewas auf das Engagement der Wirtschaft beispielsweise beim Technikzentrum Südwestfalen ein und kündigte, zumindest für Lüdenscheid, einen flächendeckenden Breitbandausbau an. Nebenbei appellierte er an die Arbeitgeber, die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr beschäftigen, diese unbedingt für Einsätze freizustellen. Dies sei unabdingbar, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr insgesamt zu gewährleisten – jeder könne schließlich auch einmal selbst betroffen sein.

Text und Bilder: Bettina Görlitzer, Lüdenscheid

 

 

 

Wirtschaftspolitischer Abend mit Jürgen Möllemann

Deutschland quo vadis – verschlafen wir unsere Zukunft?

Die Arbeitslohnkosten in Deutschland, zusammengesetzt aus Stundenlohn und Lohnzusatzkosten, sind im internationalen Vergleich die höchsten. Bei der effektiven Jahrezeit in der Verarbeitenden Industrie lässt man lediglich die Norweger hinter sich. Mit 19,8 Prozent der Bilanzsumme rangieren die deutschen Industrieunternehmen vor den Niederländern auf dem vorletzten Platz, bei den Umsatzrenditen sieht es nicht viel anders aus.

„Deutschland ist in vielerlei Hinsicht in die zweite Liga abgerutscht“, stellte denn auch Patrick Fayner, Sprecher der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftskreises Lüdenscheid fest.

Wie die Bundesrepublik wieder erstklassig werden kann, fragte er den engagierten Funktionär des DFB-Pokalsiegers Schalke 04 und Landesvorsitzenden der Freien Demokraten in NRW, Jürgen W. Möllemann, bei einem wirtschaftspolitischen Abend im Lüdenscheider Entwicklungs- und Gründercentrum (EGC).